Fragen an uns - Tagespflege Anima

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Fragen an uns

Typische Fragen an die Leiterin der Tagespflege Anima

1.   Stellen Sie in der Tagespflege Anima charakteristische Phasen und Verläufe fest?

In den ersten Tagen der Tagespflege, können Verunsicherungen und Ängste entstehen, meist in Folge der Trennung von der Bezugsperson.
Dies äußert sich in Fragen wie:"Bin ich jetzt im Heim?" oder "Wann komme ich nach Hause".
Die Eingewöhnungsphase ist individuell sehr unterschiedlich, drei Faktoren wirken sich besonders aus:

  • Die Zahl der vereinbarten Tage: Wir beobachten immer wieder: Je seltener der Gast kommt, umso schwieriger ist die Eingewöhnung. Bei mobilen unruhigen Demenzkranken können sich zunächst sogar Verhaltensauffälligkeiten verstärken. Nur ein Besuch pro Woche kann in der Regel für diese Demenzkranken als ungünstig angesehen werden.

  • Die Tragfähigkeit des sozialen/pflegerischen Netzwerks: Je stärker das häusliche Milieu überfordert ist und je mehr die Tagespflege als Warteschleife in die stationäre Pflege genutzt wird, desto mehr steht die Eingewöhnung unter einem - manchmal sogar verheimlichten - Stressfaktor.

  • Die Integration in die Gemeinschaft der Tagespflege: Je schneller die/der Demenzkranke Kontakt zu anderen Gästen findet, bzw. sich von den Pflegekräften verstanden fühlt, umso stärker lässt sich Wohlbefinden erkennen.

2. Kommt es bei den Gästen nach der Eingewöhnungsphase zu einem überraschend positiven Verlauf?

  • Häusliche Verhaltensauffälligkeiten und psychiatrische Symptome treten in den Hintergrund, denn ein förderndes oder entlastendes Milieu mit wenig Grenzen und Konflikten macht Symptome überflüssig. Manchmal erleben Angehörige in der Tagespflege einen veränderten Menschen, der sich wie früher verhält.

  • Oft verbessern sich Sprache, Alltagsfertigkeiten, Antrieb, Motivation und Kontaktfreude.

  • Der allgemeine Gesundheitszustand stabilisiert sich. Dies erhöht die Lebensqualität, und Krankenhausaufenthalte, Medikamentengaben, Stürze und andere Selbstgefährdungen nehmen ab, Begleitkrankheiten werden besser behandelt.

  • Infolge der konsequenten Förderung von Ressourcen stagniert oder verlangsamt sich der sichtbare Abbauprozess der Demenz.

3. Welche Grundsätze haben sich in der Arbeit bewährt?

Bewährt haben sich Betreuungsgrundsätze wie:

  • Es geht nicht darum, neue Fähigkeiten zu lernen, sondern das Alte zu erhalten oder zurückzugewinnen.

  • Wohlbefinden und Zufriedenheit sind die Basis und der Ausgangspunkt und nicht das Ergebnis der Betreuung.

  • Erfolgskriterium ist meist das subjektive Gefühl des Gastes, richtig zu sein und nicht eine messbare Leistung.

  • Je schwieriger die Beeinträchtigung ist, desto kleiner sind die notwendigen Impulse und die Schritte zum Erfolg.

  • Allgemeine Normen und Werte treten manchmal in den Hintergrund, es gilt eine Nische für die persönliche Normalität zu finden, in der Pflegekunden auch verrückt sein dürfen.

  • Es geht nicht um Angebote für eine große Gruppe, sondern für spezielle Sympathiegruppen, die abhängig von der Bedürfnisstruktur der Gäste und den Fähigkeiten eines multiprofessionellen Teams gestaltet werden

4.   Wie wirkt sich der Wechsel von nächtlichem Aufenthalt zu Hause und Tagespflege auf Störungsbilder aus ?

Ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus reguliert sich i.R. schnell. Schon in der Eingewöhnungsphase entsteht ein natürlicher Rhythmus, der an die früheren Aktivitätsphasen anknüpft. Die Tagespflege wird in der subjektiven Welt eines Demenzkranken ähnlich erlebt, wie die Schul oder Arbeitszeit. Aus diesem Grund sind erweiterte Öffnungszeiten problematisch, da sie diesen Rhythmus durcheinander bringen.

5.    Aus welchen Gründen endet die Tagespflege ?

Die Betreuung in der Tagespflege endet meist aus folgenden Gründen:

  • Umzug in ein Heim: Die Angehörigen können die häusliche Pflege oder Betreuung nicht mehr leisten. Der Gesundheitszustand des Gastes nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer Fraktur ist dabei nicht ausschlaggebend, entscheidend ist die Tragfähigkeit des Hilfenetzes.

  • Transportunfähigkeit: Die Belastung durch den Transfers kann dem Gast gesundheitlich nicht mehr zugemutet werden.

6.   Wie lange werden Tagespflegegäste durchschnittlich betreut?

In den Tagespflegeeinrichtungen gibt es i. R. eine stabile Kerngruppe über viele Monate. Während dieser Besucherstamm - oft bis kurz vor den Tod - betreut wird, gibt es eher einen Wechsel, wenn die Gäste auf einen Heimplatz warten.

7.   Welche Zukunftsperspektive hat die Tagespflege?

Tagespflege ist ein wichtiger Baustein im ambulanten Hilfesystem und gewinnt eine besondere Bedeutung für neue Angebotsformen in der Altenhilfe wie Hausgemeinschaften und Betreutes Wohnen bis zum Lebensende. Leider gibt es noch viele Informationslücken und Defizite im Case-Management der Ärzte und der ambulanten Dienste.

8.   Worin unterscheiden sich die Angebote der Betreuungsgruppen von der  Tagespflege?

Betreuungsgruppen haben sich in den letzten Jahren zumeist aus den Alzheimer Gesellschaften heraus entwickelt und sind ein niedrigschwelliges Angebot mit hohem ehrenamtlichem Engagement. Betreuungsgruppen schaffen i. R. stundenweise Entlastung für pflegende Angehörige und sind ein wertvoller Baustein in der Angebotsstruktur der Selbsthilfe. Die Tagespflege setzt da an, wo diese kurzzeitige Entlastung der pflegenden Angehörigen nicht mehr ausreicht. Betreuungsgruppen und Tagespflege sind also zwei Bausteine in der Versorgungskette.

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